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01.08.2014 Wo Fehler nicht zu Unfällen führen

Verkehrsübungsplatz an der Grundschule Nord: Stadt will Markierungsarbeiten fördern

Schaumburger Zeitung / 1.8.2014

Rinteln

Von Peter Blaumann
Eine Vision wird wahr: Die Grundschule Nord erhält einen Verkehrsübungsplatz auf dem Schulhof. Rektor Horst Ahlswede überreichte gestern den Plan eines Verkehrsparcours an Karl-Heinz Buchholz. Der Bürgermeister sagte für die Markierungsarbeiten großzügige finanzielle Unterstützung zu.

Seit etwa zwei Jahren führt die Grundschule Nord den praktischen Teil der Radfahrerprüfung nicht mehr im öffentlichen Verkehr durch. Der Kontaktbeamte des Polizeikommissariats Rinteln, Rolf Potthast, sah die Sicherheit der Kinder bei der Durchführung als nicht mehr gewährleistet an. „Trotz sichtbarer Präsenz der Polizei und Kennzeichnung der Kinder hielten sich die Autofahrer nicht an die Verkehrsvorschriften“, so Ahlswede. „Zum anderen sind die Schüler immer weniger in der Lage, ihr Fahrrad zu beherrschen.“

Seit dieser Zeit wird zwar noch der theoretische Teil der Radfahrerprüfung durchgeführt, der praktische Teil reduziert sich jedoch auf Übungen auf dem Schulgelände. Die Rahmenbedingungen lassen hier eine intensive und bedarfsgerechte Übung nicht zu. Eine Lösung musste her.

Es entwickelte sich die Vision von einem Verkehrsübungsplatz – am besten auf dem Schulhof. Die Schulleitung fand ein offenes Ohr beim Schulträger. Als erster Schritt mussten die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden. In den Osterferien dieses Jahres wurden Teile des Schulhofes mit einer neuen Asphaltdecke versehen und eine zweite Garage für Materialien aufgestellt. „Die Vorarbeiten für dieses Projekt haben 27000 Euro gekostet“, teilte Buchholz mit. „Die Ausschreibungen für die Markierungsarbeiten laufen. Jetzt warten wir auf die Angebote der Firmen.“

Im Mai bildete sich eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung externer Fachleute mit Ahlswede an der Spitze. Binnen drei Monaten entwickelten Rolf Potthast, Erhard Steker, Vorsitzender der Sportfahrergemeinschaft Rinteln im ADAC, Hedwig Oeldig, Verkehrsobfrau der GS Nord, Axel Grünvogel, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Nienburg/ Schaumburg, und Ralf Borchert, Hausmeister der GS Nord, einen Plan für einen Verkehrsparcours. Dieser Parcours stellt die Schüler vor Aufgaben und Anforderungen, die der Realität im Straßenverkehr sehr nahe kommen. Gleichzeitig hat der Parcours den Vorteil, dass sich die Kids in einem Schonraum bewegen und Fehler nicht gleich zu Unfällen führen.

Auch die Rahmenbedingungen stimmen. Material wie Pylonen, Fahrräder, Roller und Kettcars sind in Garagen leicht zugänglich. Ein Raum für theoretische Schulungen mit geeigneter technischer Ausstattung ist vorhanden. „Mobile Verkehrszeichen stehen noch ganz oben auf der Wunschliste“, verrät Ahlswede, der bei der Anschaffung auf die Unterstützung von Sponsoren hofft. Mittel dafür sollen auch aus dem Schuletat bereitgestellt werden und der Förderverein könnte ebenfalls helfen.

Und ein zweiter Wunsch sollte noch realisiert werden. „In dem Parcours sollten die Markierungen zum Aufbau des Geschicklichkeitsparcours für das alljährliche ADAC-Turnier andersfarbig integriert werden“, so Ahlswede.

Denkbar wäre die Nutzung des Parcours nicht nur von den Klassen eins bis vier der Grundschule Nord, sondern auch von anderen Schulen im Stadtgebiet, führt Ahlswede an. Verschiedene Anfragen von Nutzern oder zukünftigen Nutzern haben bereits gezeigt, dass ein solcher Verkehrsparcours in Rinteln auch von außerschulischen Nutzern nachgefragt wird. So hat der Präventionsrat mit Müttern ausländischer Herkunft ein Projekt zum Erlernen des Radfahrens bereits durchgeführt. Die Ferienspaßaktion hat im letzten Sommer die Flächen erstmals genutzt, um Projekte rund um das Radfahren anzubieten. Die Sportfahrergemeinschaft Rinteln würde den Parcours zukünftig gern nutzen, um mit den Siegern der örtlichen ADAC-Turniere für die überregionalen Wettkämpfe zu trainieren.

Vorstellbar wäre auch, dass Eltern am Nachmittag mit ihren Kindern auf dem Parcours üben können. Dabei muss aber sichergestellt sein, dass die Eltern mit den Kindern fachlich korrekt üben. Dazu könnte der Plan von der Homepage der Stadt Rinteln heruntergeladen und Beobachtungsbögen zu den markierten Kontrollpunkten eins bis sechs bereitgestellt werden, die im Sinne einer Checkliste die Anforderungen und Handlungsschritte beschreiben, aber auch die Möglichkeit der Dokumentation der Beobachtungen bieten.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass das Interesse außerschulischer Nutzer größer sein wird als wir es zurzeit absehen können. Damit wird auch der schulübergreifende Rahmen dieses Projektes deutlich. Ich bin auch davon fest überzeugt, dass die Stadt Rinteln irgendwann froh sein wird, auf die Existenz dieses Parcours verweisen zu können“, verdeutlicht Ahlswede noch einmal die Wichtigkeit der Schaffung eines Verkehrsübungsplatzes.

Foto: pr
So soll der Verkehrsübungsplatz der Grundschule Nord aussehen.