. .

SFG auch auf Facebook

Link zu unserer Seite auf Facebook

 Unser Unterstützer:

Logo

Link zur Internetseite der Depping Unternehmensgruppe

26.07.2010 Wenn es zu schnell wird, einfach Fuß vom Gas

SFG auf dem Braasgelände: Beim Kartfahren zählt kein Sponsor, sondern, ob jemand wirklich gut ist

Schaumburger Zeitung / 26.7.2010

Rinteln

(cok) Ein Kart ist ein Mini-Rennwagen, man könnte auch sagen: Ein Tretauto mit Rasenmähermotor. Den Kindern aber, die am Wochenende im Rahmen des Ferienspaßes damit durch einen Parcours flitzen durften, erschien ihr Gefährt fast wie ein Formel 1-Bolide. Helm auf, einsteigen, aufs Gas gedrückt - und schon konnte es mit fünfeinhalb PS durch eine kurvenreiche Strecke gehen.

Ohne eine sorgfältige Einführung allerdings durfte keiner der Teilnehmer im Alter zwischen acht und 16 Jahren das Kart besteigen. Erhard Steker, Jugendleiter in der Sportfahrergemeinschaft Rinteln, schritt mit ihnen die Strecke ab, zeigte, wie man in den kleinen Wagen einsteigt, wo Gas und Bremse sitzen und dass man beim Lenken niemals mit den Händen übereinander greift. „Wenn es Euch zu schnell wird, einfach Fuß vom Gas!“ sagte er. „Und keine Angst, wir haben eine Fernabschaltung. Dann bleibt das Kart sofort stehen.“

Von Angst konnte bei den 55 Kindern und Jugendlichen allerdings keine Rede sein. Viele hatten bereits im letzten Jahr an einem Ferienspaß-Kartslalom teilgenommen, manche durften auch schon mal in einer der großen Kartanlagen nahe den Autobahnen fahren und alle waren ganz wild darauf, so schnell wie möglich den Parcours zu absolvieren und einen der vorderen Plätze zu belegen. Die Sieger durften nämlich auf das Podest steigen und mit Mineralwasser so um sich spritzen als sei es Champagner.

Es ist gar nicht so leicht, den engen Slalom abzufahren, ohne die Abgrenzungshütchen, die Pylonen, umzuwerfen. Das Lenkrad zu bewegen kostet durchaus Kraft. „Na klar!“ meint Steker. „Eine Servolenkung haben die Karts nun nicht zu bieten.“ Wer die Pylonen über den Haufen fährt, steckt Strafsekunden ein, ebenso wie alle, die am Ende der Strecke nicht ordnungsgemäß zum Stehen kommen. Schließlich soll keiner der Umstehenden durch einen undisziplinierten Fahrer gefährdet werden.

Das Rennen fand im Industriegebiet Süd statt, auf dem ehemaligen Braas-Gelände, das die Volksbank erworben und der Sportfahrergemeinschaft als Trainingsgelände zur Verfügung gstellt hat. Jeden Samstag treffen sich hier von 10 bis 17 Uhr die 21 jungen Fahrer der Sportfahrergemeinschaft, um auf den drei vereinseigenen Karts für die anstehenden Rennen zu trainieren. Zwei Deutsche Meister kamen bisher schon aus Rinteln, darunter Carolin Steker, die 14-jährige Tochter des Jugendleiters.

„Wir freuen uns über Nachwuchs“, sagt Vereinsvorsitzende Susanne Lorig, deren ganze Familie begeistert dem Rennsport verfallen ist. „Jeder, der will, kann bei unseren Trainingszeiten vorbeikommen.“ Ein bisschen warnen muss sie allerdings: „Wer richtig einsteigt, muss Eltern haben, die das Ganze mittragen. Wir stellen die Karts und die Helme, aber vor allem die Jüngeren brauchen an den Rennwochenenden in anderen Städten eine Begleitung. Das kostet natürlich Zeit.“

Beim Kartfahren kann man entdeckte Talente wirklich fördern. Hier zählen keine Sponsoren und keine Beziehungen, sondern nur, ob jemand gut ist oder nicht. „Leider muss man mit 18 Jahren aufhören“, so Erhard Steker. „Und alles, was danach kommt, der echte Rennsport, ist sehr teuer. Schon mancher, der ein toller Fahrer hätte werden können, musste dann aussteigen, während andere, weniger gute, ganz nach oben kommen.“

So weit in die Zukunft denken die jungen Teilnehmer des Ferienspaß-Rennens nicht. Gespannt warten sie auf die Siegerehrung. Da es sich beim Slalom um ein Einzelfahren handelt, wissen sie vorher nicht, wer der Schnellste war.

Lustigerweise gewannen in der Gruppe der Zwölf- bis 14-Jährigen ausgerechnet drei jüngere Kinder, die aus Versehen bei den Älteren starteten. Der zwölfjährige Tobias Höfig wurde souverän Erster, gefolgt von Pascal Lecker (10) und Leila Wallenstein (11). Die Drei ließen es sich nicht nehmen, ihre Mineralwasserflaschen so sehr zu schütteln, dass sie den anderen damit eine schöne kalte Dusche verpassten.

Die Teilnehmer aus der Gruppe der Zwölf- bis 14-jährigen. Die Sieger aus dem Podest links Leila Wallenstein, in der Mitte Tobias Höfer und rechts Pascal Lecker.

Der Jugendleiter der Sportfahrergemeinschaft Rinteln, Erhard Steker, stellt einer Teilnehmergruppe das Kart vor.