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30.05.2013 Bretter, Stangen, Hütchen und Pflöcke

Schaumburger Zeitung / 30.5.2013

Rinteln

Von Jakob Gokl
Quietschende Bremsen übertönen die kreischenden Kinder der Grundschule Süd. Eine Lehrerin ist gerade dabei, die Kinder mit starker Stimme in Reih’ und Glied aufzustellen.

Eine besondere Herausforderung, da die Kinder sich auf ihren Fahrrädern befinden. Und nicht jeder sitzt sicher im Sattel. Wie gut sie sich dort halten, das sollte bei dem Fahrradwettbewerb der Sportfahrer-Gemeinschaft Rinteln ermittelt werden. Dafür wurde der Schulhof mit Brettern, Ketten, Slalomstangen und Warnhütchen ausstaffiert. Eine große Acht wurde mit Holzpflöcken ausgesteckt, innerhalb welcher gefahren werden soll.

„Nicht mein Tag“, flucht ein Junge, als er das erste Hindernis umwirft. Doch im Gegensatz zu den meisten seiner Kameraden lässt er sich davon nicht beirren und setzt keinen Fuß auf den Boden. Denn das hätte zusätzliche Strafpunkte bedeutet. Er fährt weiter, wirft mit dem Fuß einen weiteren Pflock um. „Eindeutig nicht mein Tag“, murmelt er noch, bevor er in den nächsten Abschnitt des Parcours fährt.

Die Herausforderung, gerade auf einem schiefen Brett zu fahren, meistert er bravourös, bei dem korrekten Einordnen zwischen drei Hütchen stockt er kurz, wählt dann aber die richtige Alternative. Nun noch ein ordnungsgemäßer Schulterblick, bevor der simulierte Spurwechsel zwischen den Hütchen folgt.

Auf den letzten zehn Metern des Parcours, einem Slalom, wird die Zeit gestoppt. Der Junge steigt in die Pedale, kurvt links, rechts, links um die Hindernisse herum und absolviert schließlich die geforderte Punktbremsung mit quietschenden Reifen. Alles in allem ein guter Durchlauf.

Die Vereinsmitglieder der Sportfahrer-Gemeinschaft sorgen unter der Organisation von Christina Neubauer für einen reibungslosen Ablauf. Peter Buschmeier nahm sich extra einen halben Tag Urlaub, um für die etwa 120 Kinder einen lehrreichen Wettbewerb zu ermöglichen. Er steht in der abgesteckten Acht, zählt die umgeworfenen Hütchen und erklärt: „Alle Stationen haben einen Bezug zum Straßenverkehr.“ Bei dem von ihm betreuten Abschnitt muss gezeigt werden, dass auch in der Kurve die Spur gehalten werden kann.

Eine andere Aufgabe fordert von den Schülern Einhändiges im Kreis fahren, die Nächste den korrekten Schulterblick und das Fahren über eine schiefe Fläche. „Alles Herausforderungen, auf die man auch im Alltag trifft“, bestätigt Buschmeier. Neubauer, die dieses Turnier schon seit Jahren ausrichtet, meint: „Die Leistung wurde im Vergleich doch wesentlich schlechter.“ Früher, da seien die Kinder noch viel mehr Rad gefahren. Heute kämen immer wieder Kinder an, die erst in der Schule das Radfahren lernen wollten. Weniger tragisch sieht die Sache Jeannette Stein: „Es gab schon immer solche und solche.“

Mittels Strafpunkten werden die Besten jeder Altersgruppe ermittelt, welche dann auch zum finalen ADAC-Wettbewerb fahren dürfen. Doch nicht jeder Schüler begeistert sich dafür. Einer, der stolz seine Medaille vom vergangenen Jahr hochhält, erklärt: „Zum Finale bin ich nicht gefahren, dort darf man ja nicht mit dem eigenen Rad fahren.“